23.06.2018: Geliebter Haudegen...

… Wutzetier, Mäuschenjäger, Brummkreisel, wo bitte ist die Zeit hin??? Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass du hier dein neues Zuhause betreten und mir zur Begrüßung erst mal ein Häufchen hingelegt hast. Es ist doch noch gar nicht lange her, dass du auf alles, wirklich alles, was du nicht kanntest laut bellend vor gegangen bist, dass du dich in eine Ecke verzogen oder gar unterworfen hast, wenn ich irgendwie eine falsche Bewegung gemacht habe. Und es ist doch auch noch nicht lange her, dass du wild kreiselnd und kläffend durch den Agiparcours geschossen bist und dir deine eigenen Wege gesucht hast. Oder doch? Was ist geschehen? Du bist älter geworden, reifer und teilweise sogar richtig souverän. Du blaffst zwar hin und wieder mal irgendjemanden oder –was an, aber ich glaube, das ist die Macht der Gewohnheit ;). Eigentlich macht dir nichts mehr wirklich Angst, Hundebegegnungen packst du locker, wirklich „gekloppt“ hast du dich nur zweimal, mit Hündinnen, die mit anderen Hunden nicht können. Da hast du dann mal gegen gehalten. Dein Vertrauen zur mir ist ungebrochen, auch wenn ich mal laut oder ungehalten werde. Du weißt inzwischen, dass von mir und auch den meisten anderen Menschen keine Gefahr ausgeht. Du kuschelst für dein Leben gerne mit jedem der das möchte oder aber auch nicht. Dir egal, schwupps sitzt du auf dem Schoss oder morgens bei mir im Bett, kaum, dass ich die Kaffeetasse abgestellt habe. Wenn’s ums „Arbeiten“ geht, bist du zwar immer noch seeeehr aufgeregt und zeigst deine Freude nach wie vor durch erregtes Bellen, aber wenn du dann arbeitest, tust du es zuverlässig und sehr gut - für Käse gibst du einfach alles :D. Meine Güte, was hast du mir für eine geile Agisaison 2017 geschenkt. Und wie schön du im Rally Obedience läufst! Du hast dich so wunderbar entwickelt, bist so ein toller Hund und ich weiß gar nicht, wie es mal ohne dich war oder mal seien wird. Aber so weit denken wir jetzt noch nicht, jetzt lassen wir es erst einmal zu deinem 10. Geburtstag krachen! Geliebter Haudegen, Wutzetier, Mäuschenjäger, Brummkreisel, ich wünsche dir noch viele gesunde Lebensjahre und dass du in Würde altern kannst. Ich werde meinen Teil dazu beitragen. Kleines, großes Kenzkind, bleib wie du bist, ich hab dich sooo lieb…

18.06.2018: Zwergis und Senioren...

Chance genutzt!  Habe zum Mehrgenerationenausflug mit meinem schon etwas betagtem Papa und meinem Enkelchen an den Rhein das Ömchen und dat Zwergi mitgenommen. Die zwei haben null Chance auf Wasserspaß, wenn Kenzie, die wirklich jedes Wassereinstiegsloch lauthals zu ihrem erklärt, dabei ist. Selbst Tüütchen kommt nur in den Genuß von Wasser, wenn ich das Kenzkind, zumindest mal ganz kurz, festhalte. Sheela überlegt sich eh gut, ob sie das noch schafft und dat Zwergi hat sich bis dato noch nicht getraut... Letztendlich hat Sheela todesmutig zumindest ufernahe Stöckchen aus dem Rhein "gerettet" und Aivy das Schwimmen gelernt. So süß....

17.06.2018: Entgleist!

Das Tüütchen ist heute mehrfach "aus den Schienen" gesprungen, wenngleich immer an Stellen, wo die Gleise eh einen Knacks hatten, sprich, die Laufwege des Hundes "gebrochen" wurden. Die heutigen Parcours waren - zumindest für schnelle "large" - Hunde und ihre durchschnittlich ambitionierten Hundeführer leider nicht wirklich rund zu führen und somit wenig gelenkschonend. Konnte ich Tüütchen an einer Stelle noch auf eine gute Linie bringen, war ich spätestens zwei Hindernisse darauf so sehr im Hintertreffen, dass die Maus ins Leere springen und in die Eisen gehen musste. Nein, das macht keinen Spaß. Wir jedenfalls haben den heutigen Turniertag mit einem Doppel-DIS und das Jumping 3 vorzeitig beendet und ich weiß eigentlich auch gar nicht, was ich daraus gelernt haben könnte. Schade, dass schon Richteranwärter so wenig "runde" Parcours stellen und selbst auf den "kleinen" Turnieren so wenig Rücksicht auf die "Breitensportler" im Agi nehmen und so waren "Nuller" auch sehr, sehr rar gesät und eher die Ausnahme.

Mein Highlight heute war dann auch eher, dass ich Stefan K., der genau wie ich leidenschaftlich gerne und hobbymäßig fotografiert, kennen lernen und mit ihm fachtechnisch schnacken durfte und der sich ohne großes Überreden bereit erklärte, etwas zur Aktualisierung dieser Homepage beizutragen. Und so gibt es jetzt endlich....... ein (Sommer-) Bild von uns:)


Foto: Stefan Krieger

Und für noch was war der Tag gut... Klein-Aivy hat sehr, sehr nah am Parcoursrand Bewegungsreize aushalten können, und das freut mich wirklich sehr. Abends dann war sie allerdings schlags kaputt und das sei ihr - und auch meinem guten, alten Mädchen Sheela, die den Tag mal wieder überwiegend sonnenbadend genießen durfte - gegönnt:

Süß, die zwei und völlig tiefenentspannt.So viel Nähe hat Sheela nichtimmer zugelassen!

09.06.2018: Glück und Unglück...

... liegen oft dicht beisammen! Heute waren Kreismeisterschaften der KG6 im HSVRM. Der VdH Bad Kreuznach hat ein nettes, gut organisiertes Turnier auf die Beine und Norbert Besser dem Anlass entsprechende Parcours gestellt. Es war schwülheiß, so gar nicht mein Wetter und Tüütchen hat es auch nicht so mit der Hitze. Dann wurde im nahe gelegenen Wald auch noch irgendwo geschossen und Tüütis Konzentration war zumindest "angeschlagen". Dennoch lief's Tüütchen im A-Lauf gewohnt zuverlässig (V0/1. Platz), aber sowohl am Steg, als auch der Wippe waren die Zonen "krallenknapp". Mist, 'ne Baustelle, die ich nicht brauche - muss ich wohl mal wieder verstärkt Augenmerk drauf legen! Im ebenfalls nicht so ganz einfachen Jumping 3 war die Maus einfach nur megageil, lief, wie auf Schienen und blieb bis zum vorletzten Hindernis schnell und fehlerfrei. Dann ein kleines Missverständnis und obwohl ich Variante B an Sprung 16 "gebrieft" hatte, konnte ich sie so schnell nicht abrufen. Dat war es dann mit dem Titel. Zwar nicht ganz egal, aber so ist es halt im Teamsport mit einem tierischen Partner. Dennoch, das Tüütchen macht im Moment einfach nur Spaß und ich freue mich auf die weitere und gerade erst angefangene Saison...

Foto: Janine Flach

05.06.2018: Tierschutz?

Ich habe in der Tat, sagen wir mal „ein leicht angespanntes Verhältnis“ zum Tierschutz. Sei es, dass ich selbst die Erfahrung machen durfte, dass bei Weitem nicht alles glänzt, was sogar in öffentlich-rechtlichen Medien gelobhudelt wird (ich erinnere hier an den Fall „Countrydog/Zarenhof“), dass die Vermittlung von Hunden aus dem Auslandtierschutz häufig falsche Erwartungen schürt und das Zusammenleben mit dem „geretteten“ Vierbeiner häufig viel problematischer sein kann, als man es je gesagt bekommen hat, dass eigentlich unproblematische Hunde, die aufgrund blauäugigen Umgangs mit ihnen und fehlendem Verständnis für das Lebewesen Hund und seinen Anforderungen, im Tierschutz landen, und dort auch mangels Fachkenntnis so schnell nicht mehr rauskommen…

So geschehen mit Olli, einem dreijähriger Hütehundmix, der aufgrund von „Missverständnissen“ unverhofft in einem Tierheim gelandet ist. Sabine, eine gute Bekannte, die Olli (alle Namen habe ich übrigens für diesen Beitrag geändert) gut und auch schon etwas länger kennt (O-Ton „mein Herzenshund Olli“), war, als sie davon hörte, sofort Willens, ihn als Zweithund bei sich aufzunehmen, sofern der vorhandene Hund, der gerne etwas größere Individualdistanz braucht, dies zulässt. Leider leichter gesagt als getan. Es war nicht möglich, kurzfristig einen Besuchstermin außerhalb der Öffnungszeiten zu bekommen (um dem Hund traumatische Erfahrungen zu ersparen oder diese wenigstens auf ein Minimum zu begrenzen!) und darüber hinaus sei Olli, laut Tierheim, hochgradig aggressiv und würde niemanden an sich heran bzw. in seine Quarantäneunterbringung lassen. So aber kannte Sabine „ihren“ Olli gar nicht und so saß der arme Kerl also seit einer Woche in „Einzelhaft“ ohne Auslauf, Zuwendung, Ansprache oder Beschäftigung. Bitter für ein hoch soziales Lebewesen, das das Familienleben bis dato gewohnt war. Also sind wir vergangenen Samstag zu den regulären Öffnungszeiten, allerdings telefonisch angekündigt und bereits am Telefon auf „Wartezeiten“ vorbereitet worden, zu Olli gefahren. Ich bin zwecks Einschätzung der Situation mit gewesen. Den Zahn, mit Olli mal nach draußen zu gehen, hat man uns gleich gezogen, wenn überhaupt nur mit Maulkorb, den er allerdings bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte und auch im Tierheim noch nicht darauf vorbereitet wurde. Die Tierheimmitarbeiter glaubten aber eh nicht daran, dass wir uns dem Hund nähern können. Olli bellte ununterbrochen und hörte auch nicht auf, als wir uns seiner Zelle näherten. Seine gesamte Mimik und Gestik gab dabei aber keinerlei Hinweise auf irgendeine Art von Aggression. Olli schob lediglich enormen Frust! Nachdem er Sabine erkannt hatte, hörte er auf und begrüßte sie freudig. Wir vereinbarten, dass Sabine den Hund nach vorne in einen kleinen, selbstverständlich gesicherten, Auslauf bringen darf. Die Tierheimmitarbeiterin fragte mich, ob ich das Gelände verlassen möchte, was ich natürlich verneinte, und Sabine durfte erst rein zu Olli, nachdem sich die Mitarbeiterin in der benachbarten Zelle verschanzt hatte, ja, verschanzt! Olli freute sich mächtig über „draußen“ und Tageslicht, lies sich auch von mir, obwohl er mich nicht kannte, gerne und ausgiebig kraulen, machte geduldig beim kurzen Maulkorbtraining mit, bei dem er auch extreme Nähe und Enge ertragen musste, und ging auch draußen bei vorbei laufenden Menschen nicht ans Gitter. Aha! Wir haben Olli dann allerdings nicht gezwungen, in der eh schon ungewohnten Situation den Maulkorb dann auch drauf zu lassen und vereinbart, am nächsten Tag wieder zu kommen und da weiter zu machen, wo wir aufgehört haben. Ich will es kurz machen: Olli ist seit Sonntag übergangsweise wieder in seinem alten Zuhause, tagsüber arbeitet Sabine an der Integration und der Gewöhnung der Hunde aneinander. Die Fortschritte waren bereits gestern gut. Warum ich das niederschreibe? Weil mich die extreme Fehleinschätzung der Tierheimmitarbeiter und die Tatsache, dass in den sechs Tagen seines Aufenthalts im Tierheim, niemand ernsthaft mit Olli auch nur versucht hat zu arbeiten, zutiefst erschüttern. In der Tat hat Olli ein paar kleine Baustellen, aber nix, was man nicht mit ein bisschen Hundeerfahrung gut in den Griff kriegen könnte. Laut Mitarbeitern ist das Tierheim „voll mit solchen Hunden“ und ich frage mich, ob Olli je eine reelle Chance auf passende Vermittlung gehabt hätte. So gesehen, für mich das „I-Tüpfelchen“…