Aivy

Nein, ich wollte keinen vierten Hund und nein, ich brauche auch keinen... mein Leben verlief bereits mit meinem Dreierrudel in sehr glücklichen Bahnen, jeder Hund hatte und kannte seine Rechte und Pflichten, meine morgendlichen, großen Runden waren stressfrei und Hundehalterfreude pur, im Sport waren wir alle voll ausgelastet und für zumindest meine Ansprüche auch erfolgreich und meine Mädels brauchten jetzt auch nicht unbedingt noch mal wieder einen Nervzwerg zuhause, der ihnen Liegeplätzte, Spielzeug und wenn ich es gewähren ließe, Futter streitig macht. Warum dann doch Nummer vier???

- Weil ich von Tattoos Linie überzeugt bin und kurz mal darüber nachgedacht habe, mit ihr einen Wurf zu machen (aber im Zweifelsfall keinen Nerv auf das Vorher, Während und Nachher hätte).

- Weil Tattoo einen vierbeinigen Kuschel- und Spielpartner braucht und die beiden "Großen", von wenigen Ausnahmen abgesehen, weder Kontaktliegen noch ordentlich Raufen mögen

- Weil ich im Leben nicht geglaubt hätte, dass sich mein gutes, altes Mädchen nach den Krankheitsgeschehnissen Ende 2016/Anfang 2017 noch mal so berappelt.

Als ich dann von den ersten Planungen eines Wurfs mit "Pearl vom Ettikogarten", Tattoos Wurfschwester, erfuhr, habe ich sehr früh mal "Hier!" gerufen und als dann auch noch klar war, dass mehr als eine dunkle Hündin im Wurf war, war (fast) klar, eine von denen zieht bei uns ein! Fast, weil ich schon in den zehn Wochen vor ihrem Einzug meinen "Welpenblues" hatte und mich immer wieder gefragt habe, ob das alles so richtig ist. Immerhin lebt hier mein gutes, altes Mädchen, welches ein Recht auf ein ruhiges Rentnerdasein hat und nicht unter "Welpendauernerv-" und "ich habe keine Zeit für dich" - Einfluss stehen sollte. Ja, und mit Kenzie und Tattoo habe ich zwei Hunde, die noch im Sport stehen und angemessen beschäftigt werden wollen, und insbesondere mit Tattoo möchte ich im Agility auch noch ein paar schöne Läufe abliefern und auch mal auf dem Treppchen stehen.

Und nun ist sie seit Ende November 2017 da, Dunoon Aivy (Mutter: Pearl vom Ettikogarten, Vater: Glenkin Cap) und fordert in der Tat meine volle Aufmerksamkeit. War sie ganz am Anfang ein wirklich "easy-going-Welpe", zeigt sie mittlerweile deutlich, wo sie herkommt und wessen Abstammung sie ist. Aivy ist sehr reaktiv, reagiert auf feinste Reize und muss "Umwelttauglichkeit" von der Pike auf lernen. Fremdhunde sind ihr suspekt und Autos möchte sie noch hüten, im Rudel aber läuft sie bereits super mit und beherrscht nahezu alle Hausstandsregeln. Mit Tattoo ist sie ein Kopp und ein Arsch, auch wenn das ein wenig gedauert hat, weil Tattoo anfangs wenig begeistert vom Zwergi war. Ansonsten lassen wir uns mal noch ein bisschen Zeit, bevor wir in eine wie auch immer geartete Ausbildungsrichtung gehen und "erarbeiten" uns erst einmal die "daily business" - Regeln.  Und auch wenn beileibe noch nicht alles rund läuft, ich freue mich über den Zwerg und das "Arbeiten" mit ihr, darauf, ihr die Welt zu zeigen und ihr beim Entdecken selbiger zuzuschauen - ich werde weiter berichten!

16.09.2018: Aivys erster Geburtstag... Das ist natürlich ein guter Anlass für einen Blogeintrag, aber auch für ein kleines Resüme der letzten 293 Tage seit Aivys Einzug. Zuallerst einmal, dat Zwergi macht einfach Spaß! Sehr schnell hat sie sich in mein Herz geschlichen und ist aus meinem Alltag auch nicht mehr wegzudenken. Aber, einfach ist anders und ich habe mir den Anfang auch tatsächlich einfacher vorgestellt. Anderseits, einfach kann jeder und so habe ich wahrscheinlich genau den Hund bekommen, den ich insgeheim gesucht habe. Aivy lernt sehr, sehr schnell, das Gute, wie auch das Schlechte und leider auch Verhaltensketten, die durchaus auch mal nachteilig sind. Auch diskutiert sie gerne mal mit mir und will/wollte (?) ums Verrecken nicht einsehen, warum sie gewisse Dinge besser lassen sollte (zum Beispiel Fressen von Dingen, die dafür originär nicht gedacht sind). Zuhause ist sie problemlos, allerdings kommt es schon vor, dass sie sich ein wenig langweilt. Dann "entführt" sie schon mal einen Putzlappen, um närrisch mit dem zu spielen, oder aber kaut Decken oder Kissen an. Spielzeug lag hier nämlich bis vor Kurzem keins mehr rum, weil Madamchen alles kaputt beißt und dann leider auch Teile verschluckt. Seitdem hier zwei Kongs "extreme" rumliegen, an denen sie sich quasi die Zähne ausbeißen kann, ohne dass die kaputt gehen, ist hier Ruhe eingekehrt (auch morgens übrigens, weil sie die anderen Mädels nicht mehr mit ihrer Spiellaune nervt). Wenn wir zwei alleine unterwegs sind, ist sie sehr brav und führig. Im "Rudel" sieht das allerdings etwas anders aus, da muss sie mitmischen, bevor die anderen überhaupt angefangen haben :). Aivy ist nach wie vor sehr reaktiv, reagiert auf kleinste Reize und fährt binnen Millisekunden hoch. Allerdings kann sie mittlerweile auch sehr schnell wieder runter fahren. Das zu lernen (auch für mich!) hat allerdings ein gute Zeit gedauert. Ich weiß aber mittlerweile, wie ich solche Situationen handhaben muss und auch kann. Fremdhundebegenungen haben wir mittlerweile sehr gut im Griff. Aivy ist dann zwar oft ersteinmal etwas unsicher, holt sich dann aber Rückendeckung bei mir, sprich, sie orientiert sich dann an mir. Autos, auch die schnell und dicht an uns vorbei fahrenden, sind gar kein Problem mehr. Fahrradfahrer, Jogger etc. waren noch nie eins. Sie ist ein wenig jagdlich interessiert, bisher ließ sie sich allerdings nahezu problemlos abrufen. Da bin ich ein wenig gespannt, wie sich das in Herbst und Winter entwickelt, wenn sich Wild nicht mehr so gut verstecken kann. Von Vögeln lässt sie sich sicher abrufen. Und mittlerweile hat sie auch gelernt, dass Kacke, Mist, Steine, faulige Früchte, Müll etc. nicht zwangsläufig zum Fressen da sind. Das war ein hartes Stück Arbeit, sie wollte es partout nicht einsehen! Alles in allem ist unser Alltag mittlerweile wieder rund, dat Zwergi kann man überall hin mitnehmen und sie weiß sich zu benehmen. Und wenn es nach ihr ginge, könnte sie die ganze Zeit kuscheln und mein soziales Umfeld busserln. "Arbeiten" tut sie sehr gerne und eifrig, wobei ich darauf achten muss, die Trainingseinheiten kurz zu halten, da sie sich, natürlich typisch Junghund, noch nicht so lange konzentrieren kann. Das, was mir richtig wichtig ist, sitzt auch (Rückruf und "Platz!", auch auf Distanz, auf Wort und Pfiff). Wir haben mit ein bisschen Agility und Fußarbeit angefangen, ansonsten ist Aivy tatsächlich der Hund hier, der am längsten einfach Junghund sein durfte. Aivy hat bereits viele, viele Kleinigkeiten gelernt, von denen ich hoffe, sie irgendwann zum großen Ganzen zusammensetzen zu können... wir werden sehen!

 Aivys "Erfolge"

September 2018: Aivy ist weitgehend umweltsicher :)
Juni 2018: Der Zwerg kann schwimmen...
April 2018: Zwergi kann eeeendlich ein sicheres "Platz!", dafür hat sie aber wieder vergessen, was Leinenführigkeit ist
Februar 2018: Dat Kleinteil kennt "Aus!", "Lass das!", den Rückruf und Leinenführigkeit (jedenfalls meistens)
Januar 2018: Dat Kleinteil ist stubenrein