01.01.2016: Neujahrsgrüße

Ups, da hat das Kenzkind wohl etwas tief ins Gläschen, äh, Mützchen gegucktZwinkernd

Ich finde ja, ein, zwei oder auch drei Gläschen zum Jahreswechsel völlig in Ordnung, frage mich aber immer wieder, ob diese so wahnsinnig(e) unsinnige Böllerei wirklich sein muss. Mit alten und gelebten Bräuchen hat das ja wahrlich nichts mehr zu tun und mit den vielen Millionen Euros, die da in die Luft ge- und verschleudert werden, könnte man ja auch Wichtigeres und Sinnvolleres tun, wobei ich die Tatsache ansich, einfach mal nicht zu böllern, für sinnvoll und zum Beispiel auch gelebten Naturschutz halte. Lärm, Rauch und verbleibener Abfall belasten doch die Umwelt sehr, mal ganz zu schweigen von den vielen, teilweise traumatisierten Flüchtlingen, aber auch Wild- und Haustieren, die keine Chance haben, diese kurzfristig aus den Fugen geratene Welt auch nur annähernd zu verstehen. Panik, "ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung, (die) eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation (ist) und (...) mit vielfältigen vegetativen und körperlichen Symptomen (einher geht)" (1) ist ein denkbar schlechter Begleiter beim Start ins neue Jahr, egal ob für Mensch oder Tier. Drum hoffe ich, ihr seid gut und vor allen Dingen stressfrei rübergerutscht und lasst es mich mit den Worten von Albert Einstein sagen: "Wenn's alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht."

(1) Quelle: Wikipedia

27.12.2015: Dummyspaziergang 2015

Leider noch nicht ganz Tradition, aber immer wieder gern gemacht, unsere „winter-/weihnachtlichen“ Dummyspaziergänge. Okay, bei über 10°C und fast strahlendem Sonnenschein war es uns weniger weihnachtlich und schon gar nicht winterlich zu Mute, aber Spaß gemacht hat’s trotzdem und statt Glühwein gab’s halt Seccos. Neun Menschen und neun Hunde machten sich also heute auf den Weg rund um das Kloster Jakobsberg (Ockenheim) und lösten nebenbei fünf Dummyübungen, die, je nach Ausbildungsstand der Hunde, entsprechend angepasst wurden. Für Tattoo war es der erste richtige „working test“, also Dummyspaziergang, die Maus hat bisher ja eher nur ein bisschen Dummy-Basisarbeit gemacht.

Warten auf den ersten Einsatz...

Die Einstiegsübung war ein einfacher Mark, für die „Anfängerhunde“ auf kürzere, für die erfahrenen Hunde schon etwas größere Distanz. Toll und sehr zielstrebig haben das dann auch alle gemacht. Tattoo hat ein bisschen gestrebt, weil Dummy im Vorsitz halten und erst auf Zeichen ausgeben, das (!) kann sie und Sheela geht mittlerweile gerne mal mit dem Dummy stiften, weil sie den Rückruf ja nicht mehr so gut hört…


Übung zwei war eine „Verlorensuche“, bei der die Dummys (hier neun) in unübersichtlichem Feld versteckt werden. Unsere Youngster durften beim „Verstecken“ zuschauen, weil dies eine Übung ist, die sie ja nun noch gar nicht kannten, die anderen mussten um die Ecke auf ihren Einsatz warten. Danach wurden die Hunde der Reihe nach geschickt, und hey, am Ende hatten wir tatsächlich alle Dummys wieder beieinander.


Die dritte Übung war ein Doppelmark, also zwei unmittelbar nacheinander geworfene Dummys, die der jeweilige Hund in umgekehrter Reihenfolge wieder bringen musste. Diese Übung fand auf freiem Feld mit sehr viel Ablenkung durch Spaziergänger mit und ohne Hund, Zuschauer, Reiter und Autos statt, aber alle (!) Hunde waren hiervon völlig unbeeindruckt und haben sehr triebig gearbeitet! Tattoo hat das mit der Reihenfolge zwar noch nicht so richtig verstanden, hat aber tatsächlich hoch konzentriert beide Dummys gesucht und gebracht!


Und dann, das Highlight, Dummys in ganz schwieriger Umgebung, der großen Kiesgrube. Es waren zwar „nur“ einfache Marks (zwei Übungen pro Hund), aber durch das Gefälle und teilweise sehr große Distanzen und unebenen Boden mit Wechsel des Untergrunds extrem anspruchsvoll. Egal ob jung oder alt, un- oder erfahren, mit ganz viel Spaß haben alle Hunde ihre jeweiligen Aufgaben gelöst!


Ich bin sehr stolz aufs Tattoosche, die erstmalig so richtig Dummyarbeit gemacht hat und das auch noch sehr gut, und auf Sheela, die trotz ihres Alters und der Schwerhörigkeit auch die schwierigsten Aufgaben schnell und zuverlässig gelöst hat. Und wenn ich in die glücklichen Hundeaugen schaue, bin ich sicher, dass diese Art der „Arbeit“ mit den Hunden, diese viel zufriedener als jedes Agilitytraining oder -turnier macht - ganz sicher! Kenzie musste übrigens zuhause bleiben, da sie nach unserem letzten „wilden“ Spaziergang deutlich gelahmt hat (und das leider nicht zum ersten Mal …) und noch „auf Schongang läuft“.

Danke an Astrid Koch für die vielen, gaaaaanz tollen Fotos!!!

26.12.2015: Tattoo und der Tennisball

Das Tattoosche kann nun auch mal zeigen, was in ihr stecktZwinkernd. Eine kleine, frei geformte Verhaltenskette... süß macht sie das, oder?

17.12.2015: In eigener Sache

Wer die „Alltagshunde“ oder mich bei Facebook sucht, wird dies vergeblich tun. Ich habe mich auch ganz bewusst gegen diese Art der (eigenen) Präsentation und „Kommunikation“ entschieden, weil ich diese „Daumen hoch/runter“ – Mentalität so nichtssagend (emp-)finde, weil das, was Sprache vermag im Stenostil der sozialen Netzwerke so verloren geht, weil so belanglose  Informationen in die Welt geblasen werden und eventuell wertvolle Infos so unsortiert und schlecht recherchierbar sind.  In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von PayPal-Mitbegründer Peter Thiel  ein, das ich neulich gelesen habe:  „We wanted flying cars, instead we got 140 characters”.  Und dass Mensch mit 140 Zeichen nicht wirklich fundierte Informationen weiter- oder gar Emotionen wiedergeben kann, versteht sich doch irgendwie von selbst. Da helfen auch keine Emoticons.

Ich gebe aber gerne zu, über ein kurzes Lebenszeichen meiner Liebsten mittels What’s App, auch mal mit Bildchen, freue ich mich schon. Und für kurzfristige Verschiebungen von Terminen mit großem Teilnehmerkreis sind solche Apps wirklich unschlagbar gut. Und ja, als nicht vollständig im virtuellen „sozialen“ Netzwerk vernetzt,  geht auch die eine oder andere Information an mir vorbei, gerade aktuell ein freigewordener Platz in einem Seminar, dass ich gerne besucht hätte. Aber wirklich wichtig, war dies nun auch nicht, weil ich mich ja eh schon mental darauf eingestellt hatte,  nicht teilnehmen zu können und nun auch nicht mit wehenden Fahnen und überbordender Hektik mein Wochenende wieder umplanen muss. Und überhaupt ist es meistens besser und sinnvoller, sich Informationen in Ruhe zu beschaffen und auch mal zu filtern, bevor Mensch auf irgendeinen eilig vorbeifahrenden Zug aufspringt…  aber  Schreiben, Lesen und manchmal auch Verstehen kosten Zeit!

Nun, ich will nicht behaupten, dass die Informationen auf dieser Homepage im vorgenannten Sinne wirklich wichtig wären und auch nicht, dass klassische Webseiten noch zeitgemäß sind. Auf den Hundeschulenseiten kann Mensch aber bestimmt das eine oder andere Wissenswerte rauslesen und in seinen Alltag mit Hund mitnehmen.  Auch kann er sich ein erstes Bild über mich, meinen Umgang mit Hunden und meine Auffassung zu ihrer „Erziehung“ machen, so er mir abnimmt, dass diese Außendarstellung auch meiner inneren Einstellung entspricht. Und er muss dies in Ruhe tun, weil es zu viel ist, um es mal eben auf die Schnelle zu lesen und teilweise auch zu komplex, um die mit vergleichsweise wenigen Worten beschriebenen Zusammenhänge zwischen Hundsein und dem Einfluss des sozialen Umfelds hierauf auf Anhieb  zu verstehen (insbesondere für noch unerfahrene Hundehalter).

Anders verhält es sich mit diesem Blog. Dieser erzählt eher ein wenig und recht kurz gefasst  von den kleinen Alltäglichkeiten beim Zusammenleben von Mensch und Hund und der  Informationsgehalt ist tatsächlich nicht sehr hoch. Trotzdem weiß ich aus den (hinterlegten) Statistiken, dass er gelesen wird, leider allerdings nicht von wem und ob er denn überhaupt gefällt. Ich bin aber von Natur aus neugierig, und, falls Sie bis hierher gelesen haben, wüsste ich irgendwie gerne, ob sich die Mühe, mehr als 140 Zeichen für einen Beitrag zu verwenden, überhaupt lohnt. Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser zwischen den Jahren mal ein wenig Zeit für ein kurzes (oder auch längeres) Feedback mittels Gästebucheintrag, eMail oder  gerne auch persönlich….?

In diesem Sinne wünsche ich all meinen Kunden, Freunden und den Lesern dieses Blogs eine geruhsame Weihnachtszeit!

09.12.2015: (Gedanken zum) Freilauf = frei sein?

Meine morgendlichen Spaziergänge im schönen Rheinhessen sind mir heilig - sie tun, auch bei Wind und Wetter, Körper und Geist einfach gut, nicht nur mir, sondern auch den Hunden! Einfach Hund sein, Freilauf mit großem Radius, rennen, buddeln, sich rolzen, spielen, meine Mädels lachen, lachen aus vollem Herzen, und es ist toll, diese unbändige Lebensfreude der Hunde zu sehen und erleben zu dürfen! Und dann denke ich, alles richtig gemacht, und im selben Augenblick auch unwillkürlich darüber nach, dass vielen Hunden (und ihren Menschen) dieses Glück nicht vergönnt ist, und das nicht nur, weil sie vielleicht nicht so naturnah leben… Viele Hunde haben einfach keinen Freilauf, weil sie per (in der Regel nicht zu Ende gedachtem) Behördenunsinn nicht dürfen oder aber, leider gar nicht so selten, diesen nie gelernt haben oder, schlimmer noch, dieser für den Sport „geopfert“ werden musste.

Oberolmer Wald (Herbst 2015)

Ich weiß nicht, ob sich Ämter, Behörden, Gesetzgeber wirklich ernsthaft und über den Tellerrand des eigenen Aufgabenbereichs hinweg schauend Gedanken machen, wenn sie im Hinblick auf Tierhaltung  Gesetze, Verordnungen oder sonstige Erlässe verfassen. Ich glaube aber, dass die meisten den Tieren nicht wirklich helfen oder auch nur annähernd dafür sorgen, ihren tatsächlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Aber mit Sicherheit werden viele nicht mal dem Tierschutzgedanken gerecht. Hierüber möchte ich mich gar nicht näher auslassen, ich bin aber ganz sicher, dass zu einem ausgeglichenen und zufriedenen Hundeleben ein gewisses Maß an Freilauf dazu gehört. Da sind Gesetzgeber und Ordnungshüter gefragt, im Gegenzug aber natürlich auch die Hundehalter, die ihrerseits dafür Sorge tragen müssen, dass sich ihre Hunde Umfeld- und Umweltkompatibel verhalten.

Dem ist leider häufig nicht so. Zu einem (nahezu) gefahrlosen Freilauf gehören nun mal eine angemessene Erziehung und eben entsprechendes Training, wobei ich hier nicht von den Hardcorejägern spreche, die explizit fürs Jagen selektiert und gezüchtet wurden (gilt auch für Tierschutzhunde).  Die gehören allerding, meiner Meinung nach, auch nicht in Jedermanns Hand. Ich frage mich immer mal wieder, was ist denn schon ein halbes Jahr mehr oder weniger intensives und konsequentes Training, wenn Hund im Gegenzug ein Hundeleben lang Freilauf genießen kann? Das mag zwar, insbesondere bei einem schon etwas älteren oder „second hand“ – Hund oder bei Mehrhundehaltung  etwas anstrengend und zeitaufwändig sein, aber die Mühe lohnt sich allemal – nichts geht über das (zeitweise) Gefühl von „frei sein“ und einfach mal die Seele baumeln lassen, und das gilt für Mensch und Hund gleichermaßen!

Dementsprechend bedeutet Freilauf doch auch, dass der Hund mal Nichts machen muss, Nichts im Sinne von „nicht arbeiten müssen“. Also einfach mal nur spazieren gehen dürfen, keine Unterordnungseinheit hier, kein „Außen“ um einen Baum da. Leider aber haben viele Sporthunde (bzw. deren Menschen) gar keine Zeit mehr für ausgiebige und ganz „normale“ Spaziergänge oder können wegen fehlender Toleranz gegenüber Bewegungsreizen (Triebaufbau!) nicht leinenlos laufen. Schade für die Hunde. Der Mensch kann sich ja in der Regel aussuchen, was er in und mit seiner Freizeit macht, der Hund leider nicht!

Wir jedenfalls genießen unsere "Freiräume" beim täglichen Spazierengehen und haben (in der Regel) Spaß am süßen (fast gar) Nichtstun. Und wenn ich dann so meinen Gedanken nachhängen kann, entstehen, zuerst im Geiste, auch mal Artikel wie dieser. Denken Sie mal drüber nach, so bei Ihrem nächsten Spaziergang:)

PS: ein Hund ist und bleibt aber immer ein mehr oder weniger triebgesteuertes Wesen, egal, wie zuverlässig er eigentlich hört. Ein gewisses Restrisiko im Hinblick auf die Gefahren im Freilauf wird also immer bleiben und darum bin ich persönlich auch immer dankbar über jeden Tag, an dem das Schicksal dieses nicht ausgereizt hat…